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Im Rahmen der Misereorfastenaktion 2018 konnten wir am Montagmorgen, den 26.02.2018, einen ganz besonderen Gast in der Klosterschule willkommen heißen. Es war dies Chidi Kwubiri, der Maler des Hungertuches 2017/2018. Begleitet wurde er von der Dolmetscherin Frau Grabs und Herrn Barale, der alljährlich im Erzbistum Freiburg die Besuche der Misereorgäste plant und koordiniert. Nach einem kurzen Besuch in der Direktion, wo der Künstler sein Werk in der Aula der Klosterschule bewunderte, machten sich die Gäste auf den Weg ins Milchhäusle. Hier warteten bereits einige Schülerinnen der Klassen A7a und A7b auf unseren Gast aus Nigeria. Als Einstimmung erfuhren die Schülerinnen in einem Filmclip zunächst einige Hintergründe des aktuellen Hungertuches. In der sich anschließenden Frage- und Gesprächsrunde ging Herr Kwubiri auf vielfältige Fragen der Schülerinnen ein. Hierbei veranschaulichte er mit dem Pinsel seine besondere Maltechnik des Dripping, bei der er die Farbe tropfend und schleudernd auf die Leinwand aufträgt. Dass dabei auch manche Farbspritzer auf den Schuhen und den Hosenbeinen landen, ist ganz natürlich. Diese konnten die Schülerinnen dann auch an der bunten Hose und den Schuhen des Malers bestaunen – auch diese sind echte Kunstwerke und decken sich mit seiner Überzeugung: „Die Dinge, die ich nutze, nutze ich immer wieder“ – folglich gibt es keine Abfallprodukte und auch Gebrauchsgegenstände werden zu Kunst. Auf die Frage einer Schülerin, wie Chidi Kwubiri dazu kam, für Misereor dieses Hungertuch zu gestalten, antwortete er, dass sich normalerweise die Künstler bei Misereor bewerben. Bei ihm war es jedoch so, dass Misereror auf ihn aufmerksam geworden ist und ihn dann bat, das aktuelle Hungertuch zu gestalten. Natürlich war der Titel des Bildes: „Ich bin, weil du bist“ und die künstlerische Umsetzung im zweiteiligen Hungertuch ein ganz wichtiges Thema, das die Schülerinnen sehr interessierte und worüber der Künstler viel zu erzählen hatte. So kann man natürlich beide Teilbilder für sich alleine betrachten, aber erst gemeinsam entfalten sie ihre wahre Stärke. Dies lässt sich leicht auf unser menschliches Miteinander übertragen: erst wenn wir aufeinander mit Respekt zugehen, uns anschauen und vielleicht die Hände reichen, können wir unsere wahre Stärke entfalten. Gerade diese Botschaft der Liebe ist ihm ein Herzensanliegen, zumal heute eher die Sprache der Gewalt, Abschottung und des Hasses den Alltag und die Weltpolitik bestimmt. Dazwischen berichtete Herr Kwubiri von seiner Kindheit und Jugendzeit in Nigeria, die von Bürgerkrieg geprägt war, und er gab Antwort auf die Frage, wie es ihm erging, als er als 18 Jähriger ohne Familie und Freunde nach Deutschland in ein völlig fremdes Land kam, um hier Kunst zu studieren.
Nachdenklich gestimmt waren viele Schülerinnen, als Herr Kwubiri vom Schulalltag in Nigeria sprach, wo Gewalt an Kindern auf der Tagesordnung steht. Grundlos werden Kinder von ihren Lehrern und Eltern geschlagen, was der heute 51 jährige Chidi Kwubiri auch selbst leidvoll erlebte. Damit sich hier etwas zum Wohl der Kinder und Schüler verändert, reist der Künstler 4-5 mal pro Jahr nach Nigeria und initiiert dort Projekte, die sich einen gewaltfreien Umgang mit Kindern zum Ziel gesetzt haben. Mit vielen interessanten Informationen und unzähligen Fragen der Schülerinnen verging diese Montagsdoppelstunde wie im Fluge, so dass Herr Kwubiri, Frau Grabs und Herr Barale mit reichem Applaus verabschiedet wurden.
So bleibt zu hoffen, dass sich viele Menschen – vielleicht auch wir selbst – durch Kwubiris Hungertuch dazu begeistern lassen, mit mehr Liebe und Respekt aufeinander zuzugehen und die Kraft der Gemeinschaft neu zu entdecken.

M. Feißt