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Das war eine gute Idee: Seit einigen Jahren geben die jeweiligen Neigungsfachkurse in Musik am Klostergymnasium durch Aufführen ihrer für die fachpraktische Abiturprüfung vorgesehenen Musikstücke einen Einblick in ihr Schaffen in der 11. und 12. Klasse. Und manche musikalische Kostbarkeit wurde so der Öffentlichkeit geboten, die sonst nur einer Prüfungskommission zu Ohren gekommen wäre.
„Musik verbindet!“ Diese Feststellung von Mutter Martina Merkle, die als Gastgeberin im prachtvollen Empfangszimmer des Klosters das zahlreiche Publikum begrüßte , hatte hier seine volle Richtigkeit: Dieser Kurs setzt sich aus Schülerinnen und Schülern des Klostergymnasiums, des Oken- und des Grimmelshausengymnasiums zusammen. Die Leitung des Kurses hat Dr. Sebastian Klemm vom Klostergymnasium, der auch virtuos die Begleitung am Klavier übernahm.
Das erste Stück, die „Sonate c-Moll op.13 ‚Pathétique‘ “ von Ludwig van Beethoven wurde von Jael Wahl sehr sensibel am Klavier interpretiert ,mit geradezu perlenden, sicher gespielten Läufen baute sie durch prononciertes, durch den Kontrast piano- forte geprägtes Spiel eine Dramatik auf, um darauf mit der etwas düsteren „Rhapsodie g-Moll“ von Johannes Brahms ,der sich als Spätromantiker als ‚Fortsetzer‘ Beethovens sah, ihr interpretatorisches Können weiter unter Beweis zu stellen. Dr. Klemm gab immer kurze Erläuterungen zu den Stücken, die alle einen musikgeschichtlichen Zusammenhang ergaben. Mit dem „Nocturno für Horn und Klavier“ von Franz Strauss ,einem Werk der Spätromantik, konnte Maria Vollmer auf dem Horn zeigen, wie sehr sie dieses Instrument beherrschte und diesem ‚Nachtstück‘ damit einen lyrischen Charakter verlieh. Bei der „Kleinen Suite im alten Stil für Horn“ des zeitgenössischen Komponisten Michael Hoeltzel spielte sie das Horn im Stil à la Händel mit barocken Trillern . „Marcia funebre“ -„Trauermarsch“, Leah Serrer zeigte ihr Können auf der Posaune, indem sie gravitätisch und dennoch verhalten dieses Stück von Ferdinand David (1810-1873)interpretierte. In einer „Sonatine“ von Berthold Hummel, einem modernen Komponisten, die atonal angelegt ist, demonstrierte sie ihre Vielseitigkeit auf der Trompete. Ein Stück wie die Hintergrundmusik eines expressionistischen Films! Wiebke Wacker spielte auf der Klarinette technisch sehr versiert, setzte feinfühlig Edward Elgars „Chanson de matin“ ,ein typisches Stück der Spätromantik, um. William Lloyd Webbers „Frensham Pond -ein Aquarell für Klarinette und Klavier“ malte sie geradezu in Tönen mit Trillern als Verzierung. Pál Járdány, ungarischer Komponist vieler Unterrichtsliteratur ,schuf eine „Sonatine für Flöte und Klavier“; das Allegro daraus bot mit seiner fröhlichen Grundstimmung Brinda Heckmann mit der Querflöte die Möglichkeit, ihre Virtuosität und technische Sicherheit auf diesem Instrument zu beweisen.
Ein besonderes Experimennt: „Bach goes Marimbaphon“ Yannick Rummels gekonnte Schlagtechnik auf diesem außergewöhnlichen Instrument ließ das „Violinkonzert a-Moll“ von Johann Sebastian Bach in völlig neuem Stil erklingen. Sein ganzes virtuoses Können auf diesem größeren Verwandten des Xylophons forderte dann Earl Hatches „Furioso and Valse in D-Minor“. Mitreißende Rhythmen boten danach die Brüder Yannick und Moritz Rummel: Moritz am Altsaxophon, Yannick an den Drums: Paul Desmonds Klassiker „Take five “ und Ellington Jordans/Billy Fosters „I’d rather go blind“ . Diese Stücke wurden mit viel Jazz-Drive umgesetzt, Moritz Rummel überzeugte durch die geschickte Nutzung der einschmeichelnden Saxophon-Töne für diese Stücke. Mit Celine Schullian kam auch die menschliche Stimme als Instrument zum Zug und, laut Dr. Klemm auch ein teil ‚U-musik'(=Unterhaltungsmusik) zu ihrem Recht. Mit „Total eclipse of the heart“ aus dem Musical „Tanz der Vampire“ von Jim Steinman bewies sie gesanglich Einfühlsamkeit und Stimmstärke sowie Stimmsicherheit über alle Höhen. Auch „Skyfall“ von Adele war keineswegs ein ‚Himmelssturz‘,sondern ein musikalischer Aufstieg der jungen Interpretin -„Adele“ ,aber eben mit eigener Note!
Als Finale bot der Kurs als Tutti noch „Perfidia“ , was ihn als perfekten Klangkörper zeigte.
Eine Generalprobe, die auf ein gutes Abschneiden bei den Abiturprüfungen hoffen lässt!

Heinz Schaufler


v.l.n.r. Yannick Rummel (Percussion), Sebastian Klemm (Kursleiter), Brinda Heckmann (Flöte), Maria Vollmer (Horn), Leah Serrer (Posaune), Jael Wahl (Klavier), Wiebke Wacker (Klarinette), Celine Schullian (Gesang).