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Ein gefasster,ruhiger Mann, der da sprach, immer zu kleinen Scherzen aufgelegt. Und doch: In seiner Heimat Peru ist Don Pedro Barreto, Erzbischof der Diözese Huancayo in  Peru, am Oberlauf des Amazonas, ständig mit Morddrohungen gegen ihn und seine Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen konfrontiert. Sein engagierter Einsatz für die indigene Bevölkerung, die Indios des Amazonasbeckens, hat ihm viele Feinde aus den mächtigen Kreisen beschert, die an einer störungsfreien Ausbeutung dieses für die ganze Welt klimatisch so wichtigen Ökosystems interessiert sind: Minengesellschaften, Plantagenbetreiber, Viehzüchter. Der derzeitige Präsident Brasiliens, Jaire Messias Bolsonaro ,der mit radikalem Neoliberalismus dem Regenwald zuleibe rückt, ist nur die Spitze des Eisbergs! 

Kardinal Barreto, der von der Amazonas-Synode in Rom kam und im Rahmen einer Adveniat-Spendenaktion in Deutschland unterwegs ist, dankte Direktor Wilfrid Arens und den Schwestern des Konvents Unserer Lieben Frau für die Einladung.Da unter anderen ein sehr interessierter Religions-Leistungskurs der Schule anwesend war, fokussierte sich die Diskussion vor allem auf die sogenannte “Amazonas-Synode” in Rom, bei der die Notlage der Kirche im riesigen Amazonas-Raum Thema war, vor allem mit der geistlichen Versorgung  der oft weit auseinander liegenden Gemeinden .  Natürlich wurde die Frage nach der Frauenordination gestellt, wobei Don Barreto dies durchaus hoffnungsvoll und positiv sah, zumindest bezogen auf die besonderen Probleme in Amazonien. Diese Synode in Rom schilderte er als sehr schöne Erfahrung mit Papst Franziskus, mit Vertretern der Indigenen und 200 Bischöfen aus Lateinamerika. Er mahnte zur Bedachtsamkeit, denn wie schnell drohe im weltkirchlichen Rahmen ein Schisma!

Sein Vortrag faszinierte durch Rückgriffe auf fundamentale Aussagen des Glaubens: Er beschwor die christliche Gemeinsamkeit ,die durch die Taufe gegeben sei, erläuterte dabei die Symbole des Taufsakraments . Eine Kernaussage: Glaube habe viel mit Vertrauen zu tun-Vertrauen in Gott. Seine Ruhe trotz der Bedrängnis seiner Lage war eine Bestätigung dieser Aussage. Seine besondere Sorge gilt den Armen Lateinamerikas : Er zitierte den verstorbenen Johannes Paul II: “Wenn es für die Armen keine Hoffnung gibt, gibt es überhaupt keine Hoffnung!” Die Enzyklika “Laudate si” zur Bewahrung der Schöpfung ist für ihn wohl der Leitfaden seines Handelns. “Wenn ihr Frieden möchtet, passt gut auf die Schöpfung auf!” so zitierte er Papst Benedikt XVI. und traf damit einen Nerv der Jugendlichen. “Denkt an die Lungen der Erde”-und eine davon ist der Regenwald am Amazonas: Er beschrieb das riesige Flußsystem mit seinen ca.1200 Flüssen als “Adern eines Lebenssystems”.

Ein Ökosystem, sehr lebendig mit Flora, Fauna und den Menschen in gegenseitiger Abhängigkeit,”ein Teil unseres gemeinsamen Hauses, das wir schützen müssen!” Er sei generell nicht gegen Bergbau und Gewinnung von Bodenschätzen -aber nicht als Raubbau auf Kosten von Menschen und Natur!

Ein Fazit: Kardinal Barreto, ein Freund des Papstes, ein Anwalt der Armen und durch sein Eintreten für die Schöpfung  Sand im Getriebe der Mächtigen, die sein Leben bedrohen ,aber ein Mutmacher für die Jugendlichen und die Schülerinnen, die seinen Ausführugen gebannt lauschten. Er sprach ausschließlich spanisch, direkt übersetzt von einem Mitarbeiter von Adveniat, Herr Thomas Jung. Zum Abschluß überreichten ihm zwei Gastschülerinnen des Oken-Gymnasiums  ein selbstverfasstes Gebet in spanischer Sprache , welches dann gemeinsam gesprochen wurde.

Es bleibt zu hoffen, dass der eindringliche Auftritt etwas in den Köpfen verändert hat!

Heinz Schaufler -hes-