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Haben Sie schon einmal die Welt mit den Augen einer Spinne gesehen? Nein? Dann können Sie das jetzt nachholen, indem Sie Lara Eisenmanns (G5b) Aufsatz mit dem Titel “Die Spinne in der Waschmaschine” lesen. Leider können Sie Laras bühnenreifes Vorlesen nicht genießen, aber die Klasse und die Deutschlehrerin versichern Ihnen: Wir haben uns köstlich amüsiert! Nun bleibt uns nur noch Ihnen viel Vergnügen beim Lesen zu wünschen.

Mein erster Versuch auszureißen

Och, ist das langweilig! Seit Ewigkeiten sitze ich nun schon wieder in diesem Ding aus Glas. Ich glaube die Zweibeiner, die hier ständig rumlaufen, nennen es Terrarium. Früher war es noch interessant ihnen zuzugucken, wie sie sich um die anderen Viecher kümmerten. Und auch das ein oder andere Tier machte mal etwas Lustiges. Doch mit der Zeit wurde das alles langweilig. Furchtbar langweilig. So langweilig, dass ich beschloss, auszubüchsen…Und das gelang mir tatsächlich! Wenn mir Futter gebracht wird, schaffe ich es normalerweise nicht abzuhauen. Entweder entdecken mich die Zweibeiner, oder ich schaffe es nicht rechtzeitig, bevor sie die Tür zu meinem Gefängnis schließen. Aber das liegt nicht daran, dass ich langsam bin, nein. Ich bin sehr schnell. Aber sie sind eben noch flinker. Hihihi! Aber vor kurzem hat doch tatsächlich so ein Trottel die Tür zu meinem Glashaus nicht richtig zugemacht und ich konnte problemlos fliehen. Ich krabbelte los. Überall waren Zweibeiner. Einer wäre fast auf mich draufgetreten. So eine Unverschämtheit! Bald wurden es weniger Füße. Und auch Tiere gab es keine mehr. Ich war endlich frei! Doch dafür fielen nach kurzer Zeit viele kleine Wassertropfen vom Himmel. Ich hasse Wasser! Da erhob sich vor mir eine riesige, raue, weiße Wand. In dieser Wand war ein Fenster. Und dieses Fenster stand offen! So ein Glück! Flink kletterte ich bis zum Fenster. Vor mir lag ein großer Raum. Das Paradies! So schön hatte ich es mir gar nicht vorgestellt. Es war dunkel… Und feucht… Und es roch gut. Und vor allem war es nicht so laut. Ach, diese Stille! War das traumhaft. Ich entdeckte ein wunderschönes Plätzchen. Langsam kroch ich darauf zu. Dabei genoss ich jede Sekunde. Das Plätzchen, das ich mir ausgesucht hatte, betrat man durch einen runden Eingang, der zugleich der Ausgang war. Der Eingang lag in einem großen weißen Kasten. Ich krabbelte durch die Tür, die aussah wie die von meinem Terrarium. Nur weil sie kleiner und eben rund. Dort war es noch feuchter. Komischerweise liebe ich Feuchtigkeit, aber keine Nässe. Als ich es mir gerade so richtig gemütlich gemacht hatte, durchbrach lauter Geplapper die Stille. „War schön heute auf dem Bolzplatz oder? Ich glaube, so viele Tore habe ich noch nie geschossen.“, hörte ich eine Stimme sagen. „Ja. Aber jetzt sollten wir schnell unsere Hosen waschen. Die sind so dreckig! Wenn Mama die sieht, flippt sie aus, Ben.“, sagte eine andere Stimme. „Da hast du recht, Sophie. Echt blöd, dass es angefangen hat, zu regnen. Mitten im Spiel!“, ärgerte sich wieder die erste Stimme.

Jetzt sah ich auch die beiden Ruhestörer. Es waren kleine Zweibeiner. Sie zogen sich die Hosen aus. Zumindest glaube ich, dass es Hosen sind, weil sie vorher davon gesprochen haben, dass ihre Hosen dreckig seien. Und diese Dinger waren wirklich schmutzig. Voller Matsch. Wie ekelhaft! Und was dann passierte, war die reinste Unverschämtheit! Die beiden stopften diese dreckigen Dinger einfach zu mir. In mein tolles Plätzchen! Den beiden musste ich mal die Meinung geigen! Wehmütig verließ ich den besten Platz der Welt. Vor mir sah ich die Zweibeiner. Der eine, ich glaube er heißt Ben, hatte kurze, braune Haare, eine grün-braune Hose in der Hand und ein blaues Oberteil an. Der andere Zweibeiner, ich glaube er war weiblich und hieß Sophie, hatte ein rotes Oberteil an und braune Haare. Als dieser Ben mich sah, erschrak er total. Seine Augen wurden riesengroß, er strauchelte und schrie wie am Spieß. Voller Panik rannte er los und sprang auf einen Hocker. Das Mädchen nahm so ein Ding, dass man-glaube ich-einen Eimernennt, und ging auf mich zu. Sie legt den Eimer vor mich auf den Boden ich glaube sie wollte, dass ich in den Eimer krabbelte. Konnte man ihr trauen? Doch im Eimer war es so verführerisch dunkel, dass ich nicht widerstehen konnte. Was sich jedoch als Fehler herausstellte. Denn Sophie rief die Polizei an. Und die brachte mich dann in den Zoo. Jetzt sitze ich wieder hier und langweile mich. Was könnte ich nur machen! Och, ist das langweilig!

(Lara Eisenmann)